Unterschriften für EU-Antidiskriminierungsrichtlinie
Brüssel: Das Europäische Behindertenforum (EDF) hat eine Kampagne für eine europäische Antidiskriminierungsrichtlinie für behinderte Menschen mit einer Unterschriftensammlung gestartet. Eine Million Unterschriften sollen den nötigen Druck entfalten, dass auf europäischer Ebene klare Regelungen gegen die Diskriminierung behinderter Menschen beschlossen werden.
“Menschen mit Behinderungen sind keine kleine Minderheit, wir sind mehr als 50 Millionen EU-BürgerInnen mit einer Behinderung und stellen mehr als zehn Prozent der EU-Bevölkerung dar”, heißt es in den Informationen zum Aufruf. “Wir, Menschen mit Behinderungen in Europa, fordern die Europäische Union, sowie die nationalen, regionalen und lokalen Behörden auf, in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren der Zivilgesellschaft, Diskriminierung zu einer Fußnote der europäischen Geschichte werden zu lassen”, heißt es im Aufruf des Europäischen Behindertenforums.
Die Unterschriftensammlung unter dem Motto “Eine Million für Behinderung” wurde von der europäischen Dachorganisation der Behindertenverbände ins Leben gerufen, um den Druck auf die Verabschiedung einer Antidiskriminierungsrichtlinie für behinderte Menschen zu erhöhen. Fokus für die Aktion sind die zehnjährigen Jubiläen der Gründung des Europäischen Behindertenforums und der Verabschiedung des Maastrichter Vertrages, die dieses Jahr begangen werden. Am 4. Oktober 2007 sollen die Unterschriften in Brüssel übergeben werden.
Mittlerweile wurde auch die Möglichkeit zum Unterzeichnen des Aufrufes online geschaffen. Der Text ist allerdings bisher lediglich in Englisch auf der Unterschriftenseite eingestellt. Für all diejenigen, die im Englischen nicht so firm sind, hier eine von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) erstellte Übersetzung des Aufruftextes:
“50 Millionen behinderte BürgerInnen haben den Ehrgeiz gleichberechtigte BürgerInnen zu werden. Mach den Schritt, erreiche eine Veränderung! Eine Minute deiner Zeit kann den Unterschied ausmachen und das Leben von mehr als 50 Millionen Menschen verändern.
Ich unterschreibe für eine Europäische Union, in der die Rechte behinderter Menschen durch eine effektive Gesetzgebung, die Bekämpfung aller Formen von Diskriminierung und die Garantie der vollen Inklusion von 50 Millionen BürgerInnen mit Behinderung in die europäische Gesellschaft sicher gestellt werden.”
Link zur Online-Unterzeichnung
Unterschriftenformular in deutsch
Aufruf mit Hintergrundinformationen zur Kampagne des EDF
Veröffentlicht am 29. Januar 2007 in folgenden Kategorien: Meldungen







2 Antworten
Es ist erschreckend wie sich einzelne Kreisverwaltungen durch unwürdige Machenschaften versuchen vor der Bewilligung PBs im Sinne der Gesetzgebung zu drücken.
Solange es darum geht Heimkandiaten in ambulanten Wohnformen unterzubringen, und somit Geld zu sparen, funktioniert einiges. Aber sobald Schwerbehinderte, welche bisher nie Ansprüche gestellt haben, welche durch 20 Jahre währende zermürbende Versuche sich allein, ohne staatliche Hilfe durchzuschlagen, sich dazu durchringen ihre Rechte geltend zu machen, klingeln bei den zuständigen Verwaltungen alle Alarmglocken und man versucht diese Behindertern erneut abzuschrecken und durch widriges Verhalten weiter zu zermürben.
Dieses Vorpreschen der EU ist unbedingt notwendig, vielleicht wird es dann auch in Deutschland endlich einmal bekannt, daß ein behinderter Bürger genau so ein Mitglied dieser Gesellschaft ist, wie ein Bürger ohne Behinderung. Es kann nicht sein, daß sich z. B. die DB Jahrzehnte weigert mit der Behindertengemeinschaft zu kooperieren, aber fleißig ins Steuertöpchen fast um sich am Leben zu erhalten. Ist es Euch schon einmal passiert, daß Ihr beim Bäcker ein Brot kauft und der Bäckermeister Euch gewaltsam hindert das Brot zu essen. Ich glaube nicht, denn alle Bäcker die mir bekannt sind, sind oder waren nie Mitarbeiter der DB oder deren Vorläufer.