Budget für Arbeit nicht schlecht reden

Piktogramm Großraumbüro (c) Lebenshilfe BremenDas im Bundesteilhabegesetz geregelte Budget für Arbeit gilt bundesweit zwar erst ab dem 1. Januar 2018, doch schon jetzt wird dieses neue Förderinstrument von so manchen Werkstatt-Lobbyisten klein und schlecht geredet. Daher fordert die behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Corinna Rüffer, dass dieses Instrument nicht schlecht gemacht und klein geredet wird: "Die Werkstattverantwortlichen täten gut daran, sich stärker für den Wechsel ihrer Beschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt einzusetzen, statt das Budget für Arbeit schlecht zu reden. Hier sind auch rechtlich neue Möglichkeiten entstanden, die es zu nutzen gilt. Ich habe in den letzten Jahren viele Werkstattbeschäftigte kennengelernt, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen werden regelmäßig unterschätzt. Nun bekennt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten sogar öffentlich, dass ihr der Übergang ihrer Beschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wenig am Herzen liegt. Sie hat die Zeichen der Zeit ganz offensichtlich nicht erkannt", erklärte Corinna Rüffer in einem Gespräch mit den kobinet-nachrichten.
 
In diesem Zusammenhang fordert die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) die Kostenträger auf, die neuen Rahmenbedingungen für das Budget für Arbeit und alternative Arbeitsplätze zur Werkstatt für behinderte Menschen möglichst schnell bekannt zu machen und offensiv zu bewerben. Den Menschen in den Werkstätten müssten endlich Türen geöffnet und Alternativen angeboten werden, dafür brauche es gut verständliche Informationen und eine gute Werbung für die neuen Möglichkeiten, erklärte Ottmar Miles-Paul von der ISL.