"Kann ich nicht einfach stolz darauf sein, dass es mich gibt?"

Rapper Graffidi in Aktion (c) ISL e.V.Auf diesen einfachen Nenner brachte Workshopleiterin Nati Radtke die Diskussionsfrage, wie "man" mit einem Begriff wie "Stolz" umgehen sollte. Rund 50 junge Leute mit Behinderungen waren der Einladung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) zu einer Tagung gefolgt, in der es eineinhalb Tage lang in Räumen der Berliner Humboldt-Universität um das Verständnis von "Disability Pride" ging. Bereits zum Auftakt am Freitagabend rappte die "Rampensau" Graf Fidi dazu bereits "Klartext" und erreichte ohne Umwege die Bäuche der Zuhörenden. In seinem Song "Klartext" etwa ging es um die diskriminierende Sprache der Medien und in "Vater und Sohn" hatte Fidi seine Erlebnisse mit seinem wohlmeinenden Vater verarbeitet, der ihn am liebsten in einem kaufmännischen Beruf und nicht als Rapper gesehen hätte.

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7. + 8. November 2014: Young Disability Pride Tagung

Die erste „Young Disability Pride Tagung“ der ISL findet von Freitag, den 7. November bis Samstag, den 8. November 2014 in Berlin statt. Geladen sind behindertenpolitische Aktivist_innen und solche, die es werden wollen, Forscher_innen und Interessierte aus ganz Deutschland. Workshops, Kulturbeiträge und Vorträge sollen die Bandbreite der aktuellen Antibehinderungsbewegung zeigen und vernetzen.

Humboldt-Universität, Campus am Hegelplatz, Dorotheenstr. 24, 10117 Berlin, (U/S Friedrichstraße)

Unser Programm (Auszug)

Freitag, 7. November 2014

19.00 Uhr Graf Fidi - ich mach das mit links. Live-Rap

(Neugierig? Schaut rein unter http://graffidi.de/)

anschließend Kennenlernen bei Wein und Brezeln. Ende ca. 21.00 Uhr

Samstag, 8. November 2014

10.00 - 12.00 Uhr Einführungsvorträge

Von Aussonderung, Aufbruch und Aktionen

Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der ISL

In diesem Vortrag wird verdeutlicht, wie sich behinderte Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten für ihre Gleichstellung und ihre Menschenrechte engagiert haben. Eine Erfolgsgeschichte?

Ableism. Behinderung und Befähigung auf der Spur.

Prof. Dr. Lisa Pfahl, Humboldt-Universität Berlin

In dem Vortrag wird das Konzept ‚Ableism’ vorgestellt und danach gefragt, welche sozialen und kulturellen Verhältnisse gängige Verständnisse von‚Fähigkeit’ und ‚Leistung’ hervorbringen und wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene dadurch bestimmt werden.

Nachmittags Workshops

Das ausführliche Programm (auch in Leichter Sprache) und Einzelheiten zur Anmeldung haben wir Euch nachstehend  in den Anhang gestellt.

30.1.2014 „Die Scham ist vorbei! Verstecken war gestern - Aufbruch ist heute - Vielfalt ist morgen!“

Wie hat sich das Verständnis von Behinderung im Laufe der Geschichte entwickelt? Welche Zeugnisse gibt es hiervon? Wieso ist die Scham über die eigene Behinderung auch heute noch verbreitet - und was macht sie mit den Menschen, persönlich und politisch? Welche Wege finden wir als behinderte Menschen in der Zukunft, um unsere Vielfalt und Selbstbestimmung zu feiern?

Mit einer Impulsbühne geben wir individuellen Berichten Raum - Wir berichten, warum Empowerment behinderte Menschen stark gemacht hat - Wir diskutieren, wie eine Outing-Beratung gestaltet werden kann - Wir planen, wie stolze Feiern von Behinderung mit Pride-Paraden noch größer werden können.

Ort und Zeit: Donnerstag, 30. Januar 2014 von 11.00 Uhr – 17.00 Uhr in den Räumen des SoVD (5.OG) in 10179 Berlin, Stralauer Straße 63 (U/S Jannowitzbrücke) Weitere Informationen zum barrierefreien Zugang finden Sie unter:

http://www.bvg.de/index.php/de/3736/name/U-Bahnlinie+U8/area/89436.html 

(U-Bahn nicht barrierefrei / S-Bahn mit Aufzug)

Tagungsbeitrag: Ein Tagungsbeitrag u.a. für Imbiss und Getränke von 20 € ist vor Ort zu zahlen. Menschen mit geringem Einkommen (EmpfängerInnen von Hartz IV, behinderte Beschäftigte der WfbM, etc.) sowie AssistentInnen zahlen keinen Tagungsbeitrag.

Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier:

Empowerment-Trainings

2014 und 2015 haben im Rahmen des Projektes Empowerment-Trainings für behinderte und chronisch kranke Menschen stattgefunden:

Juni 2014 Empowermenttraining in der Berufsschule Jena
März 2015 für Pro Retina in Bad Meinberg
April 2015 Zentrum für psychosoziale Arbeit Remscheid
Juli 2015 Paul-Ehrlich Institut Frankfurt

Ferner wurde ein Konzept zur "Coming-Out-Beratung" (siehe Anlage) für die Zentren für selbstbestimmtes Leben entwickelt.

Anhänge:
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